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Haben Sie auch einen Luftwäscher?

Solche Geräte sind sehr praktisch, besonders im Winter. Ein Luftwäscher verbraucht 5 bis 10 Liter Wasser am Tag und diese Unmenge an Wasser wird tatsächlich von der Luft aufgenommen! Die einfachen Behälter, die man auf dem Heizkörper aufhängt und mit Wasser auffüllt bringen es nicht. Haben Sie auch ein solches? Wie oft füllen Sie Wasser hinein und wieviel? Sind es drei Suppenlöffel am Tag oder mehr?

Ich benutze seit Jahren Luftwäscher. An meinem Arbeitsplatz habe ich in jedem meiner zwei Büros ein Gerät der Firma Venta. Zuhause kann ich mir so einen Luxus in jedem Zimmer nicht leisten:

diese teuren Geräte sind für den Privatgebrauch eine kostspielige Investition...

besonders wenn man bedenkt, dass sie im Dauereinsatz arbeiten und manche ihrer Teile nach einigen Jahren zwangsläufig verschleißen.

Je zwei Wochen muss man das verschmutzte Wasser aus dem Gerät entfernen und das Gehäuse und die Plattenstapel reinigen. Ich hasste es jedes Mal. Steht bei Ihnen auch so ein Gerät unbenutzt in der Ecke, nur weil Sie irgendwann nicht mehr bereit waren es zu putzen?

Die Reinigung ist mühsam...

und man hat immer das Gefühl, dass an den Platten noch Schmutzreste kleben...

Man hat es also sauber gemacht und frisches Wasser nachgefüllt. Jetzt kommt diese geheimnisvolle blaue Flüssigkeit hinein. Die ist ganz ungefährlich, weil sie immer im Wasser bleibt und nicht in die Luft gelangen kann. Und wenn doch? Wenn sich nach zehn oder zwanzig Jahren doch zeigt, dass es nicht ganz ungefährlich war? Wenigstens ein unsicheres Gefühl bleibt immer:

Chemie ist im Spiel!

Wie kommen Fische damit zurecht, wenn man alle zwei Wochen eine Ladung in die Kanalisation entsorgt?

Immerhin war es für mich klar, dass die Konstruktion mit im Wasser drehbaren Platten wesentliche Vorteile hat gegenüber allen anderen Ausführungen mit Filtermatten. Für zuhause habe ich mir eine eigene Konstruktion ausgedacht und beim Experimentieren bin ich zu neuen Lösungen gekommen. Daraus ist mein erstes Luftwäscher-Patent entstanden: es wird beim Deutschen Patent- und Markenamt unter der Nr. DE19743406 geführt. Die Idee war allerdings nur eine Variation des Prinzips mit den drehenden Platten.

In Laufe der Zeit wurde das Thema Luftwäscher verdrängt, der Wechsel der Jahreszeiten holte es aber immer wieder aus der Vergessenheit: im Winter trockene Luft, im Frühjahr Birkenpollen, im Sommer Straßenstaub durch ständig offene Fenster... dazu noch Katzenhaare und die Allergie meiner Tochter darauf...

Allmählich kam in mir die Idee auf, ein Gerät zu bauen, dass:

keine Reinigung braucht,

ganz ohne Chemie arbeitet,

extrem einfach konstruiert und sehr klein ist,

so dass es sich unter einem Heizkörper oder sogar unter einem Schrank und in jeder staubigen Ecke in der Wohnung verstecken lässt, wo es unaufhaltsam seine Dienste ausführt und jedes Stäubchen und jedes Härchen vom Boden frißt.

Das Herz der Konstruktion ist eine Tüte aus zwei Schichten: die untere (Folie) hält das Wasser und die obere (Gewebe) filtert die Luft. Und so sieht im Prinzip das ganze Gerät aus:



Die Filtermatte schwimmt im Wasser und saugt sich nass...



ein Impulsgeber schaltet den Ventilator ein und die Filtermatte hebt sich von der Oberfläche des Wassers ab:



Die Luft strömt durch die Filtermatte und wird befeuchtet und gereinigt. Irgendwann ist die Filtermatte aber trockengepustet...



und jetzt kommt der kleine Trick: Der Impulsgeber schaltet kurz den Ventilator ab und die Filtermatte taucht wieder in das Wasser ein. Der Schmutz wird an das Wasser abgegeben und die Filtermatte saugt sich erneut mit Wasser voll... ein neuer Zyklus kann beginnen: unser Luftwäscher "atmet"!



In dem Behälter ist wenig Wasser: höchstens Daumenhoch. Mehr muss nicht sein (keine zehn liter, die man alle zwei Wochen bis zur Badewanne schleppen muss, mit der Angst, unterwegs auf dem Parkett oder auf dem Teppich auszurutschen und die Wohnung zu überschwemmen).

Die Flasche rechts oben im Bild symbolisiert das Nachfüllen: das Wasser in der Tüte wird in der Art einer Vogeltränke ständig auf dem gleichen Niveau gehalten.



Nach ungefähr einer Woche ist langsam Zeit, an die Hygiene zu denken. (Ohne Chemie geht es höchstens bis zu zehn Tage.) Man gießt einfach kein Wasser nach und lässt den Ventilator die ganze Tüte austrocknen. Danach holt man eine frische Tüte und die alte, gefüllt mit aufgefangenem Schmutz, landet im Müll neben der Tüte aus dem Staubsauger. Wenn sie aus biologisch abbaubaren Materialien hergestellt ist, kann sie sogar in die Biotonne...



... und so ist sie zusammengestellt: eine wasserundurchlässige Folie unten und eine gewebeartige Filtermatte oben, mit einem Schlitz für den Ventilator und einer kleinen Öffnung zum Wasser nachfüllen.



Gaaanz tief unter Ihrem Bett... oder in der hintersten Ecke unter Ihrem Schrank... sieht es nach ein paar Wochen nicht so aus? Sicher nicht?



Eine extra lange, schmale und niedrige Ausführung, speziell für den Platz unter einem Heizkörper:




Mein Luftwäscher im Fernsehen:
(Sendung vom 9.11.2004)

MDR - Einfach Genial


Diese Erfindung ist beim Deutschen Patent- und Markenamt als Patent angemeldet.

Karl König


Was hat mich der Bau des Prototyps meines Luftwäschers gekostet?
- Einen Ventilator aus einem kaputten PC (die gibt es auch zu kaufen beim Conrad für 5.- bis 10.- Euro)
- Ein altes, im Keller gefundenes 12 V Netzteil (Schatz, wirf es nicht weg, man weiß nie, wozu...)
- Ein Blumenuntertopf aus dem Keller (gibt es im Baumarkt für ein paar Euro)
- Ein Stück bio-abbaubarer Folie (Kompostbeutel) der Firma Swirl; gibt es in jedem Supermarkt.
- Ein Stoffrest ca. 40x40 cm
- ein Stück Karton, Holzleim, Silber-Spraydose
- der Intervall-Schalter, den es für 12,50 Euro als Bausatz bei der Firma Elsa-Elektronik gibt und den ich tatsächlich dort bestellt und bezahlt habe!


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